04.05. Neuengamme: Gedenkveranstaltung zur Befreiung

Mehr als 100.000 Menschen waren bis zur Befreiung des KZ Neuengamme am 4. Mai 1945 in dem Neuengammer Lagersystem gefangen und sollten systematisch durch Arbeit, Todesmärsche,körperliche und psychische Gewalt vernichtet werden. Sie waren Kriegsgefangene, Kommunist_innen, Jüd_innen, Widerständige, rassistisch und politisch Verfolgte, nicht Heterosexuelle und anderweitig von den Nazis Stigmatisierte aus ganz Europa. Die Hälfte von ihnen überlebte die deutsche Vernichtungsindustrie nicht. Die direkte Nähe Neuengammes zu Hamburg, die Opfer medizinischer Versuche in Alsterdorf und die in der Stadt eingesetzten Zwangsarbeiter_innen machte die menschenvernichtende Politik für die norddeutsche Bevölkerung unübersehbar.
Am 65. Jahrestag wird auch Ole von Beust (CDU), Hamburgs erster Bürgermeister, auf der offiziellen Gedenkfeier sprechen. Natürlich empfinden wir es als äußerst problematisch, an einem solchen Tag einen Vertreter einer Partei anhören zu müssen, welche konsequent linksradikale Positionen und neonazistisches Gedankengut in totalitaristischen Theorien gleichsetzt. Den zahlreichen kommunistischen und sozialistischen Opfern zur Zeit des Nationalsozialismus, auch in Neuengamme, werden solche Positionen nicht gerecht. Wir sind uns bewusst, dass die Gedenkfeierlichkeiten nicht der Ort sein sollten, Motive und Positionen unserer politischen Gegner lautstark zu skandalisieren.
Trotz dieser Tatsache wollen wir uns den Raum für unser Gedenken nicht nehmen lassen und hoffen, euch am 4. Mai um 17.00 Uhr bei der Gedenkfeier in Neuengamme zu treffen.

Kein Vergeben, kein Vergessen.

[a²] Hamburg, Mai 2010

Offizielles Programm der Gedenkstätte für den 04.05.

Ganztägig:
Besichtigung der KZ-Gedenkstätte (Außengelände und Ausstellungen)

10.00 und 14.00 Uhr
Zeitzeugengespräche in den Räumen des Studienzentrums

15.00 bis 17.00 Uhr
Öffentliche Führung durch die KZ-Gedenkstätte mit Ende am Internationalen Mahnmal,
Treffpunkt: Haupteingang

17.00 Uhr
Kranzniederlegung am Internationalen Mahnmal (dort ist auch der Treffpunkt für Antifas)

17.30 Uhr- 19.00 Uhr
Gedenkveranstaltung im Klinkerwerk
Es sprechen:
Ole von Beust, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg
Robert Pinçon, ehemaliger Häftling des KZ Neuengamme und Präsident der
Amicale Internationale KZ Neuengamme, Frankreich
Bojana Žokalj Jesih, Vertreterin der Zweiten Generation, Slowenien
Musikalische Begleitung: Neuer Chor Hamburg und Bejarano & Microphone Mafia

Termine


02.02.2012|19:00|Rote Flora

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